Silvia am Sonntag bei FFH - Gedächtnisweltrekordhalter Boris Konrad
Der mehrfache Gedächtnisweltrekordhalter, Neurowissenschaftler und Bestsellerautor Boris Nikolai Konrad, der bei einem „Wetten-dass..?“-Auftritt Zauberwürfel mit verbundenen Augen lösen konnte, sagt: „Mein Gehirn ist ganz normal, ich habe es nur trainiert.“ Kommenden Sonntag (22. März 2026) ist er zu Gast in der HIT RADIO FFH-Sendung „Silvia am Sonntag“. „Alle, die Gedächtnistechniken einsetzen, können damit unglaubliche Erfolge erzielen. In Studien zum Gedächtnistraining konnten wir eine Verdreifachung der Leistung in sechs Wochen feststellen.“ Insgesamt war er dreimal bei „Wetten-dass..?“. „Die Auftritte haben mir viel Selbstvertrauen gegeben. Ich war während der Schulzeit nicht der selbstbewussteste Mensch – das hat mir in meiner Entwicklung sicher geholfen.“ Bei seinem ersten Auftritt haben ihm 16 Millionen Menschen zugesehen: „Ich bin mit voller Wucht eingestiegen. In der Lokalzeitung im Ruhrgebiet war ich vier Tage hintereinander das Titelbild.“ Warum unser Gehirn keine Veränderungen mag, wie der „Gedächtnispalast“ funktioniert und ob er seine Techniken auch beim Memory spielen mit seinen Kindern einsetzt – darüber spricht Boris Nikolai Konrad mit FFH-Moderatorin Silvia Stenger.
Anfänge seines Gedächtnistrainings
Die Begeisterung für Gedächtnistraining hat bei dem promovierten Neurowissenschaftler vor dem Abitur angefangen. „Da lief eine Fernsehsendung mit jemandem, der das perfekt beherrschte. Dann habe ich mir ein Buch bestellt, habe angefangen, das zu üben, und war verblüfft: Es funktioniert und macht auch noch Spaß.“ Aus einem normalen Schüler in der zehnten Klasse mit einem Notendurchschnitt von 2,8 wurde ein Abiturient mit dem Schnitt von 1,7. Die Techniken haben Boris Nikolai Konrad im Anschluss auch bei seinem Physik- und Informatikstudium geholfen, wobei er zwei Studiengänge in der Zeit von einem abgeschlossen hat.
Der „Gedächtnispalast“
Gerade jetzt, wo viele Prüfungen wie das Abitur anstehen, rät er allen, diese Techniken zu nutzen – aber: „Ein bisschen Übung braucht es schon. Man muss schon ein bisschen früher anfangen. Je früher, desto besser.“ Für ihn ist eine der besten Techniken der „Gedächtnispalast“. Dabei gibt man den Dingen, die man lernen muss, feste Orte, zum Beispiel in der eigenen Küche. „Ich habe sehr, sehr viele Gedächtnispaläste – 80 bis 100, die jeweils 50 Punkte haben. Aber das haben wir alle im Kopf.“
„KI bietet die Versuchung, das Denken auszulagern“
Der Künstlichen Intelligenz steht Boris Nikolai Konrad positiv gegenüber, solange man sie als Unterstützung nutzt. „KI bietet die Versuchung, das Denken auszulagern – in der Prüfungsvorbereitung und im Berufsleben. Aber sie darf das eigene Denken nicht ersetzen. Die Illusion ist schnell da: Ich hab’s verstanden, aber eigentlich hat es die KI geliefert. Nur weil der Nachhilfelehrer es verstanden hat, heißt es nicht, dass ich es draufhabe. Ich muss schon noch selbst nachdenken.“ Aber der große Vorteil sei jedoch, dass KI dabei helfe, Dinge zu verstehen. „Ich kann der KI sagen: Erklär mir das, sei mein Nachhilfelehrer. Das hätte früher viel Geld gekostet.“
Warum unser Gehirn Veränderungen nicht mag
Der Neurowissenschaftler und Bestsellerautor hält viele Vorträge und ist ein gefragter Redner in Unternehmen – zum Beispiel, wenn Veränderungen anstehen. Warum mag unser Gehirn keine Veränderungen? „Weil sie Energie kosten. Unser Gehirn braucht unglaublich viel Energie, Gewohntes braucht weniger. Das ist es kurz zusammengefasst.“
Und wie ist es, wenn der Vater von vier Kindern Memory spielt? „Wenn ich will, gewinne ich. Ich kann aber auch Memory spielen, ohne meine Technik einzusetzen – dann sieht das wieder ganz anders aus. Umgekehrt kann ich aber auch meinen Kindern ein paar Tricks zeigen, und dann haben wir alle Spaß“, sagt Boris Nikolai Konrad bei HIT RADIO FFH.
„Silvia am Sonntag – der Talk“ läuft sonntags zwischen 10 und 14 Uhr mit Moderatorin Silvia Stenger. Das komplette Gespräch mit Boris Nikolai Konrad sowie alle anderen Interviews, können in voller Länge bei FFH in Web und App und überall dort, wo es Podcasts gibt, gehört werden.
Foto: Kay Blaschke
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